Sonderausstellungen

Neben dem ständigen Museumsbestand laden wechselnde Ausstellungen die Besucher ins Museum ein. Zu verschiedenen Themen werden Exponate zusammengestellt, die einen Einblick in längst vergangene Zeiten geben.

 

Unsere diesjährige Sonderausstellung lautet:

“Feste und Bräuche im alten Arsten – von der Taufe bis zur Hochzeit”, die auch einen Einblick in die Arster Geschichte gibt.

 

TaufkleiderDer Arster Wilhelm Runge hat vor vielen Jahren in seiner Chronik  Arster Bräuche niedergeschrieben und sie damit vor dem Vergessen bewahrt.

Seine Texte führen als Leitfaden durch die Ausstellung, die mit Fotos von früher ergänzt wurden.

Herzlich Willkommen auf der Welt

 

 

Mit der Geburt und Taufe beginnt das Leben des neuen Erdenbürgers.

In Arsten wohnte eine Hebamme, die zu den Geburten gerufen wurde.  Sie war die erste Person, die den jungen Sprössling versorgte und ihn schützend in den Arm nahm.

 

 

Die Taufe war das Fest des Kindes.

TaufkleiderViele Arster Kinder wurden in der alten Kirche getauft. Für dieses einmalige Ereignis bekam der Täufling ein, aus feiner Baumwolle und oft sehr aufwendig genähtes, Taufkleid an.

Mehrere dieser schönen, alten Taufkleider befinden sich im Museum und sind teilweise über hundert Jahre alt.

 

Taufe ZuhauseEs war auch üblich, dass Kinder zu Hause getauft wurden.

 

Der Pastor brachte alles mit, was er für die Zeremonie der Taufe benötigte, wie beispielsweise eine Taufschale, die im Museum zu sehen ist.

Sie trägt neben einem Kreuz die Aufschrift:

TaufschaleLasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht die heilige Taufe”

Taufpaten waren nach alter Tradition meistens die Großeltern, von denen der Täufling auch oftmals den Vornamen bekam.

 

k-add

 

War die Taufe das Fest des Kindes, so war das “Kinnerfootvertehren” besonders der Mutter gewidmet, das nach altem Brauch nur in Arsten und Habenhausen gepflegt wurde.

Frauen aus der Nachbarschaft hatten zur Geburt ein kleines Geschenk gebracht und wurden daraufhin zum Kaffee eingeladen. Während der gemütlichen Runde wurde dann zum ersten Mal der Sprössling allen vorgestellt.

BabywäscheIn der Ausstellung wird auch die Kindermode von gestern gezeigt.

Kinderwäsche

 

 

 

 

Von der Erstlingswäsche bis zu hübschen, oftmals sehr fantasievoll bestickten Kleidern für kleine Mädchen,  können viele schöne Modelle aus verschiedenen Zeiten im Museum bewundert werden.

Vitrine

 

 

Der Geburtstag ist für alle Menschen ein Ehrentag.

An solchen Tagen gab es häufig kleine Geschenke, wie buntverzierte oder beschriftete Tassen als Andenken, von denen mehrere auch im Museum in Vitrinen zu finden sind.

 

 

 

Das Fest der Hochzeit wird in der Ausstellung sehr umfangreich dargestellt. Vom Hochzeitsbitter bis zur Aussteuer findet man Texte und Fotos, die einen der schönsten Tage im Leben wiedergeben.

AussteuerZu einer Aussteuer in Arsten gehörte auch die große Standuhr, die im Museum steht. Sie wurde 1929 auf einem geschmückten Brautwagen, der ein Pferdegespann von Bauer Heemsath war, nach Habenhausen gebracht.

 

Brautpaar kommt aus der Kirche

 

Für viele Arster war es wichtig, in der alten Kirche getraut zu werden. Jede Braut wirkte in ihrem Hochzeitskleid besonders hübsch und wurde von nicht wenigen Dorfbewohnern gerne bewundert.

 

 

Brautkleider

 

 

 

An einem überschaubaren Platz im Museum sind Brautkleider aus  verschiedenen Zeiten ausgestellt. In einer Vitrinen liegen Brautkränze mit Schleierresten, die nach dem Schleiertanz übrig geblieben sind, denn die Schleier wurden um Mitternacht von den Hochzeitgästen zerrissen und jeder wollte gern ein Stückchen zur Erinnerung mitnehmen.

 

 

In der Ausstellung können auch die Besucher anhand von Fotos und Texten miterleben, wie früher eine Hochzeit auf dem Saal gefeiert wurde. Der Ablauf der Feier fand noch bis in die 1950er Jahre nach altem Brauch statt, woran sich heute noch viele Arster gerne erinnern.

Hilfe beim FestFrauen aus der Verwand- oder Nachbarschaft halfen bei der Vorbereitung des Festes. Am Tag der Feier übernahmen sie auch die Bedienung der Gäste. Bei lautstarker Musik der Kapelle wurde zuerst die sogenannte Hochzeitssuppe aufgetischt, danach folgte das Hauptgericht. Nach dem Essen wurde der Saal frei geräumt und es begannen die Ehrentänze zuerst mit dem Brautpaar. Feuchtfröhlich vernahm die Feier dann ihren Lauf und sie dauerte meistens bis in die frühen Morgenstunden.

 

Dat lüttje Museum